Was?

Was ist das für ein Leben?
Für zwanzig Pfennig Trinkgeld gibt man alles.
Für zwanzig Pfennig Lohn gibt man noch mehr.
Für zwanzig trunkne Menschen gibt man 20 Pfennig Trinkgeld.
Für zwanzig Mark pro Kopf gibt man zwanzig Pfennig. Pro Stunde.
Für zwanzig Pfennig gibt’s zwei Kaugummis.
Am Kaugummiautomaten.
Für zwanzig Pfennig.
Ein Schuss, dass weiß man ja, kostet 25 Pfennig. Nichtmal Morden können wir.
20 Pfennig, das macht einen vierfünftel Schuss. Für 20 Pfennig. Das heißt:

Intensivstation. Immerhin. Für 20 Pfennig bleibt man 20 Sekunden auf der Intensivstation. Immerhin!
Schießen ist zu teuer. Schießen tun die anderen. Und wenn die treffen?
Geb ich zwanzig Pfennig!
An der Friedrichstraße kacken kostet 50 Cent.
Ich hab noch zwanzig Pfennig. Und einen Schluck Bier.
Und die Liebe, die die, die für 25 Pfennig schießen, nicht mehr haben. Die auch sonst nichts mehr haben.
Nichts mehr.
Nichts.

(Braucht jemand 20 Pfennig? Ich brauch die nicht.)

Ach wie wunderbar wär eine Welt / ohne Geld. Ohne Geld.

Guten Tag.

Mir sagte ein sehr guter Freund mal folgendes: “Schon als ich fünf war, da empfand ich Geld als Ausdruck höchsten Misstrauens: “Glaubt man mir nicht, dass ich für das, was du für mich tust, dir bei anderen Dingen helfe?!”

Ganz abgesehen von jeglichen Populismus, den man hier anbringen kann, will ich mich mal Kreislers Worten bedienen:

http://m.youtube.com/watch?feature=related&v=-hkCkwAr-uo

Guten Tag.

“Voll weggemobbt”

Jetzt ist es ja so, dass ich mir immer aussuchen kann, welche Musik ich höre. Oder über welche Kreuzung ich gehe. Oder welche Tweets ich lese. Und das ist auch gut so.

Und jetzt ist es ja so, dass Sie sich aussuchen können, welche Musik Sie hören. Oder welche Kreuzung sie gehen. Oder welche Tweets Sie lesen. Und das ist ja auch gut so.
Mhm. Heute wurde mir da was in die Timeline retweetet. “Meine Freiheit muss noch lang nicht deine Freiheit sein!” Also nehme ich das mal zurück: ich kann mir aussuchen, wem ich folge, habe aber keinen Einfluss, was mir so retweetet wird. Ist mir aber im Grunde auch egal. Jeder hat etwas zu sagen, und jeder will irgendwen erreichen, da ist es ja nur recht und billig, das Menschen, denen ein Tweet zusagt, die Möglichkeit haben, eben diesen weiter zu verbreiten.
Jetzt stand in meiner Timeline heute sinngemäß folgendes: An der #aufschrei- und Sexismusdebatte beteiligen sich ja eh nur Frauen, die nicht gerade besonders gut aussehen würden.
Holla. Harter Tobak. Aber eine öffentliche Aussage. Ich finde es durchaus legitim, wenn auch etwas heftig in den Worten gewählt, hier zu fragen, wie dumm und ignorant ein Mensch eigentlich sein kann, und ich finde es auch legitim, meine Follower auf diesen Tweet hinzuweisen. Damit muss ich, als User, ja wohl rechnen. Gerade bei so – und ich möchte das jetzt ganz bewusst in Anführungszeichen setzen – “polarisierenden” Tweets wie den, um den es mir hier geht. (Tatsächlich finde ich den widerlich)
Holla. Plötzlich reagieren Menschen darauf! Wer hätte das gedacht? Wer hätte schon wissen können, dass alles, was in der Öffentlichkeit geäußert wird, Reaktionen hervorruft?
Nicht genannter User hat sich übrigens gelöscht. Und ich bekam die ein oder andere Reply, dass ich eben diesen jetzt “weggemobbt” hätte, und ob ich jetzt glücklich sei. Und hier stellt sich mir wieder die Frage: Wie ignorant kann ein Mensch denn sein?
Ja, ich bin froh, das Menschen, die solche Aussagen tätigen, und die dies auch ernst meinen – was weiteren Tweets entnommen werden konnte – ein Forum entzogen wird. Ja, ich toleriere solche Aussage nicht. Sie sind sexistisch, bösartig, an der Realität vorbei und in keinster Weise lustig. Menschenverachtend. Das ist kein Mobbing. Sondern Konsequent. Und die Unterstellung, jemanden mit solch menschenverachtenden, sexistischen und bösartigen Tweets das Forum zu entziehen, wäre Mobbing, missachtet jedes Opfer von Mobbing.
Und auch mit Meinungsfreiheit hat das nichts mehr zu tun. Denn das höchste Gut ist nicht die Meinungsfreiheit, sondern die Würde des Menschen. Überall, wo die Würde des Menschen angegriffen wird, die Würde der Frau, überall, wo Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Herkunft oder ihrer Kultur beschimpft, verfolgt und erniedrigt werden, überall dort muss man, muss ich, muss jeder vernünftige Mensch sagen: Nein. Das geht nicht.
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Punkt.

Huhn. Etwas italienisch. Etwas indisch.

Guten Tag.

Bevor wir unseren weiten Weg zu einem fertigen Hauptgericht beginnen, öffnen wir uns eine Flasche Wein. Vorzugsweise Rot. Der passt nämlich zum Essen. Hernach überprüfen wir, ob wir alles, was wir zum Kochen brauchen, auf Lager haben. Als da wären, für 2 Personen:

– 2 Hähnchenschenkel
– 3 Frühlings- und 2 normale Zwiebeln
– 1 Zehe Knoblauch
– 2 Zucchini (Bitte nicht mit Zutschini verwechseln!)
– 3 bis 4 EL Zucker
– Salz & Pfeffer
– Bunte Pfefferkörner
– Currypulver (dit jelbe zeuch)
– Siebengewürzzubereitung (gibt es beim türkischen Supermarkt, da ist drin: Paprika, Koriander, Cumin, Pfeffer, Piment & Knoblauch. Kann man also auch selber machen & dann schmeckt es noch besser.)
– 2 Espressotassen voll Reis, Basmati
– 1 Flasche Fuselwein, Rot. Zum Beispiel “Regent Qualitätswein” aus der Pfalz. Schmeckt genauso, wie er heißt.
– weißen Weinessig (also weißer Balsamico)
– Öl
– Irgendwas ist mir sicher entfallen.

Gute Zutaten auf schwarzem Tisch von oben.

Gute Zutaten auf schwarzem Tisch von oben.

Jetzt nehmen wir uns eine Tasse oder irgendwas artgleiches und füllen da ein bisschen (also so 5 bis 20 Esslöffel) Öl rein. Dazu geben wir einen Esslöffel Curry & einen halben Esslöffel Siebengewürzzubereitung. (Wer die Siebengewürzzubereitung selber gemacht hat, am besten mit frischen Koriander, kann viel mehr nehmen – das gibt ne lecker Kruste!) Dazu Salz und Pfeffer, je ein bisschen. Die so entstandene Pampe gießen wir großzügig auf unser Huhn – wenn wir uns für die Krustenvariante entschieden haben, heben wir noch ein bisschen auf und geben immer mal wieder was dazu, während unser Huhn im Backofen schläft.

Ach ja, der Backofen. Den haben wir vorher vorgeheizt. So auf 200° Celsius. Weil Fahrenheit wäre zu kalt. Da kommt jetzt auch das Huhn rein und bleibt, bis es fertig ist – was echt einen Moment dauert. (Schätze mal, 45 Minuten. Vielleicht weniger.)

Hungrige Gäste sind gute Gäste.

Jetzt nehmen wir einen Topf und hauen den Wein rein. Also, die halbe Flasche müsste reichen. Wir kochen den ganz stark auf – das nennt man glaube ich Reduktion. Nebenbei schneiden wir das Gemüse und die Zwiebeln klein und hacken den Knoblauch, der am Ende gerne auch etwas gröber sein kann. Wenn der Rotwein kocht, geben wir die bunten Pfefferkörner (so ein Esslöffel voll) dazu. Außerdem einen Löffel Zucker, einen Schuss weißen Balsamico und gut. Das ganze kocht dann weiter, bis die Reduktion schön dick wird. Oder zumindest der Wein ordentlich verdampft. Den Reis geben wir nach Anleitung in den Topf. Bisschen Salz dazu.

In die Pfanne geben wir Öl, erhitzen das ganze und geben die Zwiebeln da rein. Wir stellen die Platte auf mittlere Temperatur und geben Knoblauch, Frühlingszwiebeln und Zucchini zu den Zwiebln. Bisschen Salz dazu! (Ich liebe diese Phrase. Ihr könnt auch Pfeffer dazu geben und Schnittlauch und Petersilie und gerne auch Rosmarin. Wie beliebt!) Deckel auf die Pfanne. Das ganze soll jetzt mehr dünsten als braten – dann schmecken die Zucchini viel intensiver.

Wer eine schöne, dicke Soße will, zieht die Rotweinreduktion mit einer Mehlschwitze ab (keine Ahnung, ob man das so sagt. Mama weiß, wie Mehlschwitze geht: Bisschen Mehl mit kaltem Wasser verrühren und rin in den Topp. Nicht zu viel, sonst wird es nicht dick, sondern fest. Schön rühren und nochmal aufkochen lassen).

Wenn dann alles fertig ist (also jetzt!) nehmen wir eine Espressotasse, hauen die voll Reis, stürzen das Ding auf einen Teller, geben unser Gemüße dazu und das Huhn, überschütten den Mount Reis mit der Soße und freuen uns über unsere Brandflecken. Es darf serviert werden.

So sieht das dann aus. Hoffentlich.

nouns and love.

nons and love

nouns and love, Acryl auf Puzzle

Heute schenkte mir Sarah Poorter dieses Bild.

Sarah Poorter, geboren 1946 in Amsterdam, wuchs auf im Urwald des peruanischen Amazonasgebiets auf der Kaffeeplantage ihres Vaters. 1961 übersiedelte sie nach München und wohnt jetzt in Berlin.

Eine vielbegabte Künstlerin, Sarah war u.a. Opernsängerin und sang mit Luciano Pavarotti (mit dem sie ein heimliches Verhältnis hatte) in München. Ihre künstlerischen Fähigkeiten entfalteten sich jedoch erst vollständig in ihren Zeichnungen und Gemälden. Sie absolvierte die Rietveld Kunstakademie in Amsterdam und vervollständigte ihr Studium als Schülerin bei Salvador Dali. Ihre Werke wurden bei Leo Castelli in New York und vielen anderen Galerien weltweit ausgestellt.

Eine Besonderheit ihrer Arbeit sind Portraits von berühmten Persönlichkeiten wie Luciano Pavarotti, den ehemaligen holländischen Premier Ruud Lubbers, Walter Scheel, Helmut Kohl, die Englische Prinzessin Diana, Boris Becker und viele andere.

Sie arbeitet mit Öl-, Acryl- und Pastellfarben in verschiedenen Formaten. Sarah Poorter gehört zu einem Portfolio von Künstlern, die ich vertrete. Bei Interesse an ihren Werken hinterlassen Sie bitte einen Kommentar.