Huhn. Etwas italienisch. Etwas indisch.

Guten Tag.

Bevor wir unseren weiten Weg zu einem fertigen Hauptgericht beginnen, öffnen wir uns eine Flasche Wein. Vorzugsweise Rot. Der passt nämlich zum Essen. Hernach überprüfen wir, ob wir alles, was wir zum Kochen brauchen, auf Lager haben. Als da wären, für 2 Personen:

– 2 Hähnchenschenkel
– 3 Frühlings- und 2 normale Zwiebeln
– 1 Zehe Knoblauch
– 2 Zucchini (Bitte nicht mit Zutschini verwechseln!)
– 3 bis 4 EL Zucker
– Salz & Pfeffer
– Bunte Pfefferkörner
– Currypulver (dit jelbe zeuch)
– Siebengewürzzubereitung (gibt es beim türkischen Supermarkt, da ist drin: Paprika, Koriander, Cumin, Pfeffer, Piment & Knoblauch. Kann man also auch selber machen & dann schmeckt es noch besser.)
– 2 Espressotassen voll Reis, Basmati
– 1 Flasche Fuselwein, Rot. Zum Beispiel “Regent Qualitätswein” aus der Pfalz. Schmeckt genauso, wie er heißt.
– weißen Weinessig (also weißer Balsamico)
– Öl
– Irgendwas ist mir sicher entfallen.

Gute Zutaten auf schwarzem Tisch von oben.

Gute Zutaten auf schwarzem Tisch von oben.

Jetzt nehmen wir uns eine Tasse oder irgendwas artgleiches und füllen da ein bisschen (also so 5 bis 20 Esslöffel) Öl rein. Dazu geben wir einen Esslöffel Curry & einen halben Esslöffel Siebengewürzzubereitung. (Wer die Siebengewürzzubereitung selber gemacht hat, am besten mit frischen Koriander, kann viel mehr nehmen – das gibt ne lecker Kruste!) Dazu Salz und Pfeffer, je ein bisschen. Die so entstandene Pampe gießen wir großzügig auf unser Huhn – wenn wir uns für die Krustenvariante entschieden haben, heben wir noch ein bisschen auf und geben immer mal wieder was dazu, während unser Huhn im Backofen schläft.

Ach ja, der Backofen. Den haben wir vorher vorgeheizt. So auf 200° Celsius. Weil Fahrenheit wäre zu kalt. Da kommt jetzt auch das Huhn rein und bleibt, bis es fertig ist – was echt einen Moment dauert. (Schätze mal, 45 Minuten. Vielleicht weniger.)

Hungrige Gäste sind gute Gäste.

Jetzt nehmen wir einen Topf und hauen den Wein rein. Also, die halbe Flasche müsste reichen. Wir kochen den ganz stark auf – das nennt man glaube ich Reduktion. Nebenbei schneiden wir das Gemüse und die Zwiebeln klein und hacken den Knoblauch, der am Ende gerne auch etwas gröber sein kann. Wenn der Rotwein kocht, geben wir die bunten Pfefferkörner (so ein Esslöffel voll) dazu. Außerdem einen Löffel Zucker, einen Schuss weißen Balsamico und gut. Das ganze kocht dann weiter, bis die Reduktion schön dick wird. Oder zumindest der Wein ordentlich verdampft. Den Reis geben wir nach Anleitung in den Topf. Bisschen Salz dazu.

In die Pfanne geben wir Öl, erhitzen das ganze und geben die Zwiebeln da rein. Wir stellen die Platte auf mittlere Temperatur und geben Knoblauch, Frühlingszwiebeln und Zucchini zu den Zwiebln. Bisschen Salz dazu! (Ich liebe diese Phrase. Ihr könnt auch Pfeffer dazu geben und Schnittlauch und Petersilie und gerne auch Rosmarin. Wie beliebt!) Deckel auf die Pfanne. Das ganze soll jetzt mehr dünsten als braten – dann schmecken die Zucchini viel intensiver.

Wer eine schöne, dicke Soße will, zieht die Rotweinreduktion mit einer Mehlschwitze ab (keine Ahnung, ob man das so sagt. Mama weiß, wie Mehlschwitze geht: Bisschen Mehl mit kaltem Wasser verrühren und rin in den Topp. Nicht zu viel, sonst wird es nicht dick, sondern fest. Schön rühren und nochmal aufkochen lassen).

Wenn dann alles fertig ist (also jetzt!) nehmen wir eine Espressotasse, hauen die voll Reis, stürzen das Ding auf einen Teller, geben unser Gemüße dazu und das Huhn, überschütten den Mount Reis mit der Soße und freuen uns über unsere Brandflecken. Es darf serviert werden.

So sieht das dann aus. Hoffentlich.

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1 thought on “Huhn. Etwas italienisch. Etwas indisch.

  1. Mehlschwitze:
    Dazu wird Mehl in das heiße Bratfett eingestreut (nachdem das Bratgut entnommen wurde), gebräunt (geschwitzt) und dann unter schnellem Rühren mit Wasser abgelöscht.

    Andicken:
    Mehl wird in einer Tasse mit kaltem Wasser verquirlt. Verquirlen statt verrühren verhindert Klümpchenbildung. Das Quirlat (keine Ahnung, ob man das so sagt, jedoch erfreut mich der Klang) wird dann unter ständigem Rühren in die kochende Soße gegossen.

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